Toast und Glückwünsche zur Silberhochzeit

Während Eurer Ehezeit
Wurde manches Glas geweiht
Vielen edlen Zwecken;
Heute wünschen wir beim Wein:
Mög’ das Glück als Gast Euch sein
Treu in allen Ecken!

Was vielleicht so manches Jahr
Ein geheimes Sehnen war,
Wünsche leis im Stillen,
Was vom Leben Ihr so oft
Gern gesehen und erhofft,
Möge sich erfüllen!

Heute schaust Du Paar zurück
Auf die lange Zeit im Glück,
Die Du treu getragen;
Immerdar von Jahr zu Jahr
Deine Lebenslosung war:
Mit dem Herrn es wagen!

Fast ein Menschenalter zog
So vorüber und es flog
Stets das Glück hernieder,
Heiter blieb des Himmels Raum
Und das Leben war ein Traum
Voller Lust und Lieder.

Kam auch ab und zu einmal
In das stille Friedenstal
Sorg’ und Müh’ gezogen,
Rasten konnten sie dort nie,
Morgens in der ersten Früh’
Waren sie verflogen.

Gottesfurcht und Lebenslust
Hielt Euch beide unbewusst
Immerfort umschlungen,
Und ein gläubiges Vertrau’n,
Das Euch lehrte, aufzuschau’n,
Hat Euch ganz durchdrungen.

Segen blieb nicht lange aus,
Füllte bald das ganze Haus
Mit der schönsten Gabe;
An der Pforte hielt die Wacht
Stets das Glück bei Tag und Nacht,
Schützend alle Habe!

Heute strahlt des Glückes Glanz
In dem schönen Silberkranz,
Der Euch beide zieret;
Alles, was versammelt heut’,
Hat sich inniglich gefreut,
Kommt und gratulieret.

Die den schönen Tag Ihr schaut,
Silberbräutigam und Braut,
Reicht Euch froh die Hände
Wie vor Jahren am Altar
Jetzt aufs neue wieder dar,
Dass der Bund kein Ende!

Mögen Euch auch fernerhin
Auf dem Lebenspfade blüh’n
Blumen als Geleite;
Ferne bleib’ Euch Leid und Schmerz,
Nur im Glücke schlag’ das Herz
Jeden Tag wie heute!

Jubelfest! Du trautes Wort!
Jubelnd klingt es fort und fort
Bei dem Saft der Reben!
Die das Glück dereinst getraut,
Silberbräutigam und Braut,
Lasset hoch sie leben!

W Stork