Reden zur Hochzeit


Schon Adam nahm sich eine Frau

Als Adam sich vom Schlaf ermannte
durch Gottes Hauch Vernunft empfing
und Mensch geworden, gleich entbrannte
sein Herz und einen goldenen Ring
erstand er bei dem Juwelier,
den gab er Eva, seiner Zier.

Drauf tät er einen Fußfall wagen
und sang die süße Litanei
von junger Liebe Lust und Klagen,
die einsam nicht zu tragen sei.
Und Eva, seiner Sehnsucht Licht -
nun, unerbittlich war sie nicht.

Aus diesem Vorgang ist entsprungen
ein alter lobenswerter Brauch,
denn was dem Adam so gelungen,
versuchen seine Enkel auch,
ein jeder, der zur Einsicht kam,
sich schleunigst eine Hausfrau nahm.

Im grauen Haar, ihr jungen Leute,
nehmt weise Lehren auch daraus:
Wem noch die Gattin fehlt zur Seite,
bei dem blieb die Vernunft noch aus
und wer es nie zu ihr gebracht,
wird schließlich von der Welt verlacht.

Die uns zu diesem Fest geladen,
die waren, wie ihr seht, gescheit,
sie haben klüglich es beraten
und überlegten es zur Zeit.
Aus vollem Herzen bringt dem Paar
ein Hoch, das so verständig war.

Lasst auch den Schwiegervater leben,
denn ohne ihn, das leuchtet ein,
würd’s diese Hochzeit nimmer geben;
wir tränken nicht den schönen Wein;
erhebt die Gläser, stoßet an
und dankt, so viel ein jeder kann!

Liedtke
 











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